Neue archäologische Funde: Königinnengrab und Wandmalereien

Für die Archäologen der Welt beginnt das Jahr 2015 mit einem echten Paukenschlag: In Ägypten wurden innerhalb von wenigen Tagen gleich zwei spektakuläre Funde gemacht: Das Grab einer bisher unbekannten Königin und Wandmalereien, die über 3500 Jahre alt sind.

Bisher unbekannte Königin entdeckt

Das Königinnengrab wurde Anfang der Woche bei Ausgrabungen im Südwesten von Kairo entdeckt. Es handelt sich, wie die Grabinschrift zeigte, um eine gewisse Khentakawess III. Dem Archäologenteam gelang damit ein spektakulärer Fund, denn die Dame war der Wissenschaft bisher unbekannt. Die Forscher spekulieren nun, dass es sich bei ihr um die Gattin von Pharao Neferefne handelt, in dessen Grabanlage sich auch die Ruhestätte der Pharaonin befand. Neferefne herrschte vor 4500 Jahren in der sogenannten 5. Dynastie, über die bisher nur wenig bekannt ist. Die Wissenschaft erhofft sich nun neue Erkenntnisse über diese Epoche.

Zwei Götter geben sich die Ehre

Am Mittwoch dieser Woche gelang einem schwedischen Archäologen-Team dann der nächste Ausgrabungscoup: In einem Steinbruch im Süden Ägyptens entdeckten sie eine Reihe faszinierender Wandmalereien. Diese sind zwar „nur“ 3500 Jahre alt, aus der Zeit der Dynastie von Pharaonin Hatschepsut, aber wissenschaftlich hochspannend. Denn eine Abbildung zeigt den Götterkönig Ammun-Re gemeinsam mit dem Mondgott Thot – diese Kombination sei laut dem ägyptischen Antiken-Museum eine echte Seltenheit. Es bleibt abzuwarten, was für großartige archäologische Funde der Rest des Jahres 2015 Ägypten und der Welt noch beschert.

Antiquitätenraub macht Ägypten zunehmend Sorgen

In Ägypten ist die Zunahme von Kunst- und Antiquitätenräuberei mittlerweile zu einem echten Problem geworden. Hinter dem vermehrten Diebstahl von historischen Schätzen stecken vor allem wirtschaftliche Gründe: Seit der Revolution im Jahre 2011 ist der Tourismus in Ägypten teilweise dramatisch eingebrochen. Während sich die Lage an den Stränden des Roten Meeres inzwischen wieder stabilisiert hat, sieht es jedoch an den Kulturstätten von Kairo und den nahegelegenen Pyramiden immer noch düster aus – hier ist die Anzahl der Besucher um 90 Prozent zurückgegangen, viele Menschen, die bisher stets vom Tourismus gelebt haben, müssen ums Überleben kämpfen. Vor diesem Hintergrund verwundert es kaum, dass manche Verzweifelte versuchen, ihre Familien durch Verkauf von Raubkunst ernähren.

Einbrüche in Museen und illegale Ausgrabungen

Schon in den Revolutionswirren begann der Trend: Anfang 2011 brachen Menschen ins berühmte Ägyptische Museum ein und stohlen mehr als 50 Exponate, von denen die meisten aber inzwischen wieder in Händen des Staates sind. Häufiger als Museumseinbrüche kommen jedoch illegale Asugrabungen vor: 40 km südlich von Kairo, in Abu Assi, hat beispielsweise eine Bande von sieben Einwohnern einen Tempel ausgegraben und über 3000 Jahre alte historische Schätze freigelegt. Die Antiquitäten – Säulen, Stelen und Statuen – sollten unter der Hand verkauft werden. Die Beteiligten wurden verhaftet, was jedoch nur eine Ausnahme darstellt – denn oftmals kommen die Räuber davon und können die Relikte aus der Pharaonenzeit auf dem Schwarzmarkt loswerden. Verkauft werden die Kunstschätze hauptsächlich in die Vereinigten Staaten, aber auch andere westliche Länder. Immerhin hat man sich in Washington bereits bereit erklärt, mit den Ägyptern zusammenzuarbeiten um die Schätze zurück in die Heimat zu bringen.