Karnak Tempel Ägypten

Die Tempelanlage von Karnak in Ägypten

Unmittelbar am östlichen Nilufer und nördlich der ägyptischen Stadt Luxor liegt die berühmte Tempelanlage von Karnak. Das wohl älteste Tempelsystem Ägyptens zieht jährlich eine Vielzahl von Touristen in den Bann. Die beeindruckende Tempelstadt ist gut doppelt so groß wie der Vatikan und zählt mittlerweile zum Weltkulturerbe.

Entstanden ist die Anlage über 2000 Jahre v. Chr. zu Beginn des Mittleren Reichs als Ehrenmonument für den damaligen Reichsgott Amun-Re. Jahrtausendelang wurde die Tempelanlage als Ort für tägliche Gebetszeremonien genutzt. Aber nicht nur dem religiösen Amun-Kult war die Nutzung der Anlage zugedacht, auch die Pharaonen hatten hier ihren Regierungssitz. Zudem fungierte der Ort als Wirtschaftszentrum mit einer großen Zahl an weitläufigen Ländereien und den darauf beschäftigten Arbeitern. Karnak war die Schatzkammer der Pharaonen und ein Symbol ihrer Herrschaftsmacht und des Reichtums des damaligen Ägyptischen Reichs. Über 1500 Jahre lang wurde der Tempelbau immer wieder erweitert und umgebaut. Jeder der damals herrschenden Könige hinterließ ein mehr oder minder prachtvolles Vermächtnis in Form von Statuen, Obelisken, Reliefs oder Pylonen.

Der Tempelkomplex von Karnak setzt sich aus drei eigenständigen, von Mauern umrandeten Tempelbezirken zusammen. Zentral gelegen befindet sich der Tempel des Amun-Re, im Süden der Tempel für seine Gemahlin Mut und im Norden der Tempel für den alten thebanischen Falkengott Month. Dem monumentalen Komplex vorgelagert ist die eindrucksvolle Allee der 40 Sphingen, die mit ihren riesigen Widderköpfen ein beeindruckendes Bild eines Empfangskomitees für die Besucher des Karnak Tempels in Ägypten bilden.

Der Amuntempel ist der größte Bezirk der Tempelanlage von Karnak. Er wurde zu Ehren des Gottes Amun-Re, seines Sohnes Chons und seiner Gemahlin Mut errichtet. Es handelt sich nicht um einen gewöhnlichen Tempel, sondern eher um eine Anreihung verschiedener Sakralbauten, die nach und nach in den Tempelkomplex integriert wurden. Dazu gehören neben dem Tempel des Amun-Re der Chons-Tempel, der Ipet-Tempel, das Barkenheiligtum von Ramses III., das Heiligtum von Amenhotep II. und der Ptah-Tempel.

Zum Bezirk des Amun gehören außerdem die sehenswerte Weiße Kapelle, die Alabasterkapelle, die Rote Kapelle und der Heilige See. An diesem hatten die heiligen Gänse des Amun ihr Zuhause. Außerdem erfolgte hier die rituelle Reinigung der Amunpriester.