Faszination Ägypten

Die Pyramide von Meidum in Ägypten

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Die Pyramide von Meidum befindet sich in der altägyptischen Nekropole Meidum, etwa 100 Kilometer südlich von Kairo. Besonders in baugeschichtlicher Hinsicht ist die Pyramide von großem Interesse, stellt sie doch den Übergang von einer Stufenpyramide zu einer herkömmlichen, abgeflachten Pyramide dar.

König Snofru, der erste Pharao der 4. Dynastie, ließ die Pyramide von Meidum um 2 650 v. Chr. erbauen. Man vermutet, dass die mit 92 Metern fünfhöchste Pyramide im alten Ägypten letztlich nicht als Grabmal, sondern lediglich als Kenotaph genanntes Scheingrab diente. Heute bietet die Pyramide von Meidum eher das Bild einer Ruine, welche von einem Schüttgürtel umgeben ist. Bereits in der Frühzeit wurde der Bau als “falsche Pyramide” bezeichnet. Überlieferungen von einem arabischen Geschichtenschreiber aus dem 12. Jahrhundert sprechen noch von einem “fünfstufigen Berg”. Sechs Jahrhunderte später ließen sich nur noch drei Stufen ausmachen. 1843 wurde die Pyramide vom deutschen Ägyptologen Karl Richard Lepsius katalogisiert und Anfang des 20. Jahrhunderts von verschiedenen Wissenschaftlern eingehend untersucht. Den Zustand der Pyramide schreiben die Wissenschaftler einem Abrutschen der Stufen auf Grund eines vermehrten Steinraubs zu.

Die Pyramide von Meidum wurde in drei Phasen erbaut. Nachdem man eine siebenstufige Pyramide errichtet hatte, würde darüber eine zweite, achtstöckige Stufenpyramide erbaut. Man nimmt an, dass in der dritten Bauphase die Stufen verkleidet wurden und die Pyramide von Meidum wie eine herkömmliche ägyptische Pyramide aussehen sollte. Ob der Bau allerdings jemals abgeschlossen wurde, bleibt in der Geschichte des alten Ägypten verborgen.

Der eigentliche Totentempel ging durch die einzelnen Bauphasen verloren. An seiner Stelle entstand ein kleinerer Pyramidentempel an der Ostseite, welcher ausgesprochen gut erhalten blieb, da er lange unter dem Schüttgürtel verborgen lag. An der Nordseite des Pyramidenhofes finden Besucher die Reste eines Königinnengrabes. Erstmals in der Geschichte der ägyptischen Pyramiden verfügte die Pyramide von Meidum über einen gepflasterten und ummauerten Aufweg. Der Eingang der Pyramide befindet sich auf halber Höhe. Die sechs Meter lange Totenkammer, welche mit Kalksteinplatten ausgelegt wurde, kann von Touristen besichtigt werden. Etwa 600 Meter nördlich der Pyramide befindet sich die Totenstadt, welche kunstvoll verzierte Gräber der Würdenträger der 4. Dynastie enthält. Als Ausgangspunkt einer Besichtigung der Pyramide von Meidum bietet sich die Oasenstadt El Fayum an.