Wirtschaft Ägypten

Wirtschaft in Ägypten

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Mit einem BSP (Bruttosozialprodukt) von 790 Dollar pro Kopf gehört Ägypten zu den ärmsten Ländern der Welt, wenngleich die Einnahmen aus dem Suezkanal (jährlich rund 1,96 Mrd. Dollar = 4,4 % des BIP) und dem Tourismusgeschäft (bis 1996) eine steigende Tendenz zeigen. Etwa die Hälfte der Ausfuhrgüter sind Erdöl und Erdölprodukte. Zu den wichtigsten Handelspartnern gehören die USA, Italien und Deutschland.

Klimatisch bedingt ist die landwirtschaftlich nutzbare Fläche relativ klein und beträgt nur 4 % des Territoriums. Hauptanbauprodukte sind Baumwolle, Mais, Reis, Weizen, Zucker, Gemüse und Obst. Die Erträge reichen insgesamt aber nicht zur Ernährung der Bevölkerung. Nahrungsmittel müssen daher importiert werden. Viehhaltung ist eine Domäne der in Ägypten lebenden Nomadenstämme.
Die seit den 1950er-Jahren stark ausgebaute Industrie erwirtschaftet einen Anteil am BIP von ca. 32 %. Schwerpunkte liegen in der Erdölverarbeitung, der Textilherstellung, im Baugewerbe sowie im Maschinen- und Fahrzeugbau. Einen zentralen Beitrag zur Energieversorgung leistet der Assuan-Staudamm, dessen Stromproduktion jedoch stark vom Wasserstand des Nils abhängig ist. Mit der Privatisierung von Staatsbetrieben unternimmt Ägypten eine schrittweise Abkehr vom arabischen Sozialismus Nasserscher Prägung. 17 Unternehmen wurden im Jahr 1996 teilprivatisiert. Allerdings geriet der Prozess in den letzten Jahren ins Stocken.

Das Land verfügt über ein breites Spektrum potenziell abbauwürdiger Rohstoffe, darunter Eisen, Mangan, Chrom, Uran, Asbest, Naturphosphat, eine Vielzahl für die Bauindustrie wichtiger Rohstoffe und in geringem Maße auch Gold und Edelsteine. An erster Stelle stehen Erdöl und Erdgas, deren Förderung in den letzten Jahren stark ausgeweitet wurde. Hauptfundgebiete sind der Golf von Suez und das Niltal. Im Jahr 1995 begann auf der Sinai-Halbinsel auch die Förderung von Kohle.

Die Böden zeichnen sich durch eine nur schwach ausgeprägte biologische Aktivität aus. Nährstoffarmut, Verkrustungen und starke Versalzungen sind weitere Kennzeichen. Eine Ausnahme bilden nur die bis 10 m mächtigen Schlammablagerungen des Nils.
Nahezu das gesamte Kulturland Ägyptens liegt am Nil. Mittels moderner Bewässerungssysteme wird neues Ackerland erschlossen und die Produktivität erhöht. Die bedeutendsten Erdölvorkommen im Golf von Suez und in der Kattara-Senke in der Libyschen Wüste sind inzwischen so gut wie erschöpft. Der Energieverbrauch steigt jährlich um 5-6 %. Etwa 17,5 % der Energieerzeugung werden von Wasserkraftwerken, wie dem Assuan-Staudamm, erbracht.