Islam Ägypten

Islam in Ägypten

[adsense]

Jeden Morgen dringt der Ruf des Muezzins noch vor Sonnenaufgang durch die Straßen Ägyptens und ruft die gläubigen Muslime zum ersten Gebet an diesem neuen Tag auf. Für die Besucher des muslimischen Landes ist diese Tradition oft fremd und doch können sie sich ihrem Zauber meist nicht entziehen. In Ägypten wird die muslimische Religion gelebt – Tag für Tag, selbstverständlich und offen sichtbar für Jedermann.

Der Islam bildet in Ägypten die Staatsreligion, und auch die Gesetzgebung richtet sich größtenteils nach islamischem Recht, der Scharia. Beides ist in der ägyptischen Verfassung fest verankert. Bereits im 7. Jahrhundert setzte sich der Islam als die wichtigste Religion in dem Land am Nil durch, zuvor dominierte das Christentum. Heute sind rund 90% der Einwohner des islamischen Staates sunnitische Muslime.

Der ägyptische Islam gilt allgemein als modern und fortschrittlich, unter Staatspräsident Nasser war die Verschleierung der Frau sogar offiziell verboten. Seit 1967 wird Ägypten jedoch auch mehr und mehr zu einem Zentrum des islamischen Fundamentalismus, der sich in der sehr aktiven Muslimbruderschaft manifestiert. Die immer weiter um sich greifende starke Verschleierung der ägyptischen Frauen gibt einen deutlichen Hinweis auf die zunehmende Islamisierung der Gesellschaft.

Für den ägyptischen Staat sind die muslimischen Feste wie das Neujahrsfest oder der Fastenmonat Ramadan von großer Bedeutung. Während des Ramadan müssen Muslime zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang fasten. In dieser Zeit sollten die Besucher des Landes aus Respekt vor den Ägyptern öffentliches Essen, Trinken und Rauchen vermeiden.

Der Islam prägt auch das Erscheinungsbild der ägyptischen Orte. Wie die Kirchen in christlichen Ländern, so bilden auch die Moscheen mit ihren weit sichtbaren Minaretten meist das Zentrum einer jeden Stadt in Ägypten. Die prächtigsten und bedeutendsten Moscheen sind die Mohammed-Ali-Moschee und die Sultan-Hassan-Moschee in Kairo. Außerhalb der Gebetszeiten dürfen auch Nichtmuslime die meisten Moscheen besuchen. Der Gebetsraum sollte jedoch immer ohne Schuhe betreten werden, meist müssen Frauen auch ein Kopftuch tragen.