Muhammad Anwar as-Sadat Ägypten

Muhammad Anwar as-Sadat

Muhammad Anwar as-Sadat war von 1970 bis zu seinem gewaltsamen Tod im Oktober 1981 Staatspräsident von Ägypten.

Anwar as-Sadat wurde am 25. Dezember 1918 in Mit Abu l-Kum, einem Dorf im Nil-Delta nördlich von Kairo, geboren. Er wuchs zusammen mit seinen 13 Geschwistern bei den Großeltern auf, da sich seine Eltern beruflich im Sudan aufhielten. Die Eindrücke des ärmlichen Lebens in seiner Kindheit waren in seiner späteren politischen Tätigkeit maßgeblich für sein Handeln. So sorgte er für Verbesserungen im ägyptischen Gesundheits- und Schulsystem, um vor allem die ländliche Bevölkerung aus dem Elend zu führen.

Als Jugendlicher verfolgte Muhammad Anwar as-Sadat zunächst das Ziel, Schauspieler zu werden. Dies war jedoch nicht von Erfolg gekrönt, so dass er sich 1938 der ägyptischen Armee anschloss. Nachdem er 1939 die Militärakedemie erfolgreich absolviert hatte, kam er in Kontakt zu seinem späteren Vorgänger im Amt des ägyptischen Präsidenten, Gamal Abdel Nasser. Anwar as-Sadat und Nasser waren beide gegen das britische Protektorat über Ägypten zu jener Zeit. Sie gründeten zusammen mit einigen Gleichgesinnten den militärischen Geheimbund „Freie Offiziere“ mit dem Ziel, die Briten aus Ägypten zu vertreiben und einen souveränen ägyptischen Staat aufzubauen. Während des zweiten Weltkrieges kollaborierte Anwar as-Sadat mit der Deutschen Wehrmacht, was ihn eine mehrjährige Gefängnisstrafe unter den Briten einbrachte. Nach seiner Flucht aus dem Gefängnis ging er in den politischen Untergrund und kämpfte als Revolutionär. Mit dem Sieg der Revolution und dem Abzug der Briten aus Ägypten im Jahr 1952 begann seine Laufbahn als ägyptischer Politiker und Staatsmann.

Nach dem Tod Gamal Abdel Nassers wurde Anwar as-Sadat am 15. Dezember 1970 ägyptischer Präsident. Er führte Ägypten zusammen mit weiteren arabischen Staaten im Jahr 1973 in den so genannten Jom-Kippur-Krieg gegen Israel, um die im Sechs-Tage-Krieg von 1967 verlorenen ägyptischen Gebiete zurück zu gewinnen. Der Jom-Kippur-Krieg endete mit einer militärischen Niederlage für Anwar as-sadat. 1979 schloss er mit dem israelischen Ministerpräsidenten Menachem Begin den ersten Friedensvertrag zwischen einem arabischen Staat und Israel. Schon 1978 erhielt er aufgrund seines Engagements für den Frieden im Nahen Osten zusammen mit Begin den Friedensnobelpreis. Am 06. Oktober 1981 wurde Anwar as-Sadat im Alter von 62 Jahren von islamistischen Terroristen während einer Militärparade erschossen.