Faszination Ägypten

Sesshaft-Werden

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In der Jungsteinzeit um 5000 v.Chr. siedelten sich neolithische Kulturgemeinschaften um dem Fayum-See an, nach dem sie benannt wurden. Die Siedler lebten überwiegend vom Getreideanbau. Es gibt einige Funde aus der Zeit, die belegen dass man aus Ton und Stein einfaches Geschirr und Handwerkzeug hergestellt hat.

In derselben Zeit entstand die nach der nahe des heutigen Kairo gelegenen archäologischen Fundstätte Merimde benannte Siedlerkultur. Diese Kultuir wird anhand der Entwicklung in der Geschirr- und Werkzeugherstellung in drei Entwicklungsphasen unterteilt. Auch die Siedlungsstruktur in Merimbe lässt auf eine Ursiedlung mit anschließendem Ausbau schließen.

Ebenfalls in der Nähe von Kairo liegen Ausgrabungstätten der Omari-Kultur, die ab 4000 v.Chr. in Unterägypten gesiedelt hat. Von ihr sind nur wenige, undekorierte Keramiken erhalten. Auch die Grabstätten sind nicht mit den sonst üblichen Grabbeilagen dekoriert. Ihr folgte schließlich in der Kupferzeit die Maadi-Kultur nach. Sie wurde nach der Ausgrabungsstätte im gleichnamigen Vorort von Kairo benannt. Auch hier ist die Keramik undekoriert. Es gibt zahlreiche Gebrauchsgegenstände und Werkzeuge, die aus Kupfer gefertigt worden sind. Die Maadi siedelten in kleinen Dorfgemeinschaften. Neben dem Getreidebau domestizierten sie bereits Nutztiere. Aus dieser Zeit stammen auch erste Belege für die Zucht von Eseln.

Zu derselben Zeit siedelte in Oberägypten die Badari-Kultur. Die sind in dieser Region wohl die erste sesshaft gewordene Gruppe gewesen. Einzelne Ausgrabungsstätten ziehen sich entlang des östlichen Nilufers bei Assiut. Man geht darum davon aus, dass die Badari-Kultur neben dem Ackerbau und der Viehzucht auch von der Fischerei gelebt haben. Sie haben nachhaltig die Bestattungsrituale auch der nachfolgenden Kulturen bestimmt. Die Toten wurden in Gruben hingehockt und nach Westen ausgerichtet. Wenngleich die Keramiken im Alltag ornamentfrei waren, wurden reich geschmückte Keramiken und Gefäße als Grabbeilagen gegeben. Auch finden sich vereinzelt Schmuckstücke aus Elfenbein und Kupfer.

Zwischen diesen Frühkulturen in Ägypten und der ersten Staatsgründung auf dem Gebiet des heutigen Ägypten schließt sich die Naqada-Kultur an. Sie übernahm dabei den Bestattungskult der Badari-Kultur. Man unterscheidet drei Entwicklungsstufen. Die erste ist stark angelehnt an die Badari-Kultur. In der zweiten entwickelten sich bereits Stadtstrukturen in Hierakonpolis mit einer zugehörigen Gesellschaftsstruktur. Die dritte ist geprägt von einer zunehmenden Verstädterung in Buto und Minschat-Abu-Omar.