Faszination Ägypten

Vordynastische Zeit in Ägypten

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Die vordynastische Zeit oder Prädynastik in Ägypten bezeichnet die Epoche bis zum Ende des vierten vorchristlichen Jahrtausends vor der Entstehung der Dynastien. Vor rund 25.000 Jahren bewirkte eine Klimaveränderung, dass sich weite Landesteile in Wüsten verwandelten und die bis dahin umherziehenden Jäger und Sammler in das fruchtbare Niltal drängte. Die damaligen Bewohner ernährten sich vor allem von Fisch, gejagtem Wild sowie Nussgras, wilder Gerste und anderen Nährpflanzen, die in den Sümpfen und Wiesen rund um den Nil wuchsen. In der 1970 ausgegrabenen Siedlung Wadi Kubbaniya zeugen unzählige Fischknochen von den damaligen Essgewohnheiten, außerdem fanden sich Hinweise auf viele weitere Tierarten, wie Flusspferde, Antilopen, Vögel und Schalentiere, die als Nahrung dienten.

Eine erneute Klimaveränderung zu Beginn des Holozäns sorgte für ein feuchteres Klima, das die Besiedelung weiter vom Nildelta entfernter Landesteile ermöglichte. Die ältesten Spuren einer Hochzivilisation finden sich in Nabta Playa, wo bereits um 6000 vor Christus Keramik hergestellt wurde. Auch betrieben die Einwohner in dieser Zeit bereits Viehzucht, Siedlungen aus ordentlich aufgereihten Hütten mit Ackerbaukultur befanden sich vor allem im furchtbaren Nabta-Schwemmland und im Fayum.
Am Rande des Fayumsees finden sich die ältesten Zeugnisse der Webkunst, etwa 5000 vor Christus lagerten die Bauern hier bereits Getreide in unterirdischen Silos ein und verfügten über Steinwerkzeuge und schlichte Tonwaren. Dieser Fayum-A-Kultur ähnelt die etwas später entstandene Merimde-Kultur mit ersten Tonskulpturen und Totenbestattung. Die ersten Kulturen, in der die Metallbearbeitung bekannt war, entwickelten sich um 4000 bis 3400 vor Christus mit der Maadi-Kultur in Unterägypten und der Badari-Kultur in Oberägypten, in denen jeweils bereits die Bestattung der Toten in einfachen Gruben üblich war. Die im Anschluss entstandene Naqada-Kultur wird als direkter Vorgänger des Pharaonenreiches angesehen. Neben Ackerbau und Viehzucht, die in dieser frühen sesshaften Kultur betrieben wurden, deuten Funde von etwa 3320 vor Christus auch darauf hin, dass die Sumer die Schrift zu dieser Zeit bereits entwickelt hatten.

Aus den frühen Siedlungen entstanden verschiedene Kleinkönigreiche mit den zwei Zentralgebieten Oberägypten und Unterägypten. Während in Oberägypten der Gottheit Seth gehuldigt wurde, verehrte man in Unterägypten Horus. Mit der Einigung der beiden Reiche begann um 3150 vor Christus in Ägypten die Epoche der Frühdynastie.